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CRISPR/Cas9

CRISPR/Cas9 ist eine revolutionäre Gen-Editing-Technologie, die es Wissenschaftlern ermöglicht, präzise Veränderungen an der DNA lebender Organismen vorzunehmen. Ursprünglich als bakterielles Immunsystem entdeckt, wurde es zu einem vielseitigen Werkzeug für die Genforschung, Medizin und Biotechnologie adaptiert.

Wie CRISPR/Cas9 funktioniert

  1. Anleitung zum RNA-Design

Eine kurze Leit-RNA (gRNA) ist so konzipiert, dass sie zur Ziel-DNA-Sequenz komplementär ist. Die gRNA ist etwa 20 Nukleotide lang und bestimmt, wo das Cas9-Enzym schneidet. Auf die Zielsequenz muss direkt eine PAM-Sequenz (Protospacer Adjacent Motif) folgen, typischerweise NGG.

  1. Komplexbildung

Die gRNA verbindet sich mit dem Cas9-Protein und bildet einen Ribonukleoproteinkomplex. Die gRNA fungiert als GPS und leitet Cas9 genau an die Stelle im Genom, die mit der gRNA-Sequenz übereinstimmt.

  1. DNA-Bindung und -Spaltung

Der Cas9-gRNA-Komplex durchsucht die DNA nach der PAM-Sequenz. Sobald Cas9 gefunden wurde, wickelt es die DNA ab und prüft, ob die angrenzende Sequenz mit der gRNA übereinstimmt. Bei Übereinstimmung erzeugt Cas9 einen Doppelstrangbruch in der DNA.

  1. DNA-Reparatur

Die natürlichen Reparaturmechanismen der Zelle übernehmen. Es gibt zwei Hauptpfade:

  • Nicht homologe Endverknüpfung (NHEJ): Die gebrochenen Enden werden direkt wieder verbunden, was oft zu kleinen Einfügungen oder Deletionen führt, die das Gen zerstören.
  • Homologiegesteuerte Reparatur (HDR): Wenn eine Reparaturvorlage bereitgestellt wird, verwendet die Zelle diese, um präzise Änderungen vorzunehmen oder neues genetisches Material einzufügen.
  1. Überprüfung

Die bearbeiteten Zellen oder Organismen werden mittels PCR und Sequenzierung analysiert, um zu bestätigen, dass die gewünschte genetische Veränderung erfolgreich war.