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Untersuchungen außerhalb der Spezifikation (OOS).

Out-of-Specification (OOS)-Ergebnisse sind alle Testergebnisse, die außerhalb der festgelegten Akzeptanzkriterien liegen, die in einer registrierten Spezifikation oder Monographie definiert sind. Um festzustellen, ob das OOS-Ergebnis auf einen Laborfehler oder eine echte Herstellungsabweichung zurückzuführen ist, ist eine strukturierte, zweistufige Untersuchung erforderlich.

Was ist eine OOS-Untersuchung?

Die FDA-Leitlinie definiert eine Phase-I-Untersuchung als die erste Laboruntersuchung, die vom Analyseteam durchgeführt wird, um offensichtliche Laborfehler zu identifizieren – wie etwa Berechnungsfehler, Gerätefehlfunktionen oder Fehler bei der Probenvorbereitung. Wenn in Phase I kein Laborfehler festgestellt wird, wird eine Phase-II-Untersuchung um eine umfassende Fertigungsuntersuchung erweitert, bei der Chargenaufzeichnungen, Rohstoffe, Prozessparameter und Geräteprotokolle überprüft werden. Ziel ist es, die zuordenbare Ursache zu ermitteln und über die Chargendisposition zu entscheiden.

Regulierungsrahmen

FDA Guidance for Industry: Investigating Out-of-Specification (OOS) Test Results for Pharmaceutical Production (2022) ist die maßgebliche Referenz. EU GMP Kapitel 6 (Qualitätskontrolle) erfordert OOS-Untersuchungsverfahren. ICH Q7 Abschnitt 2.5 schreibt OOS-Untersuchungen für APIs vor. Die MHRA und die WHO haben ähnliche Leitlinien herausgegeben, die im Einklang mit dem FDA-Rahmen stehen.

Wichtige Anforderungen

Alle OOS-Ergebnisse müssen sofort aufgezeichnet und untersucht werden; Es ist strengstens untersagt, Ergebnisse zu mitteln, um einen passablen Wert zu erhalten. Die Phase-I-Untersuchung sollte zeitnah abgeschlossen werden – in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen. Wenn ein Laborfehler bestätigt wird, wird das ursprüngliche Ergebnis ungültig und es wird ein erneuter Test durchgeführt. Wenn kein Laborfehler festgestellt wird, bleibt das OOS-Ergebnis bestehen und eine vollständige Phase-II-Untersuchung wird eingeleitet. Wiederholungstestprotokolle müssen vordefiniert sein und eine bestimmte Anzahl von Wiederholungstests und Akzeptanzkriterien enthalten.

Praktische Umsetzung

Labore unterhalten eine schriftliche OOS-Untersuchungs-SOP, die Rollen, Zeitpläne und Dokumentationsanforderungen definiert. Untersuchungen der Phase I werden auf einem OOS-Formular dokumentiert, während Untersuchungen der Phase II einen vollständigen Bericht mit Ursachenanalyse erstellen. Die Quality Unit überwacht alle OOS-Untersuchungen und trifft die endgültige Entscheidung über die Chargendisposition. Der Trend der OOS-Raten wird als wichtiger Leistungsindikator verwendet.

Häufige Fallstricke

Das Testen auf Einhaltung der Vorschriften – die Durchführung wiederholter Wiederholungstests, bis ein positives Ergebnis vorliegt – ist ein schwerwiegender Verstoß, der zu behördlichen Maßnahmen führen kann. Ein weiterer häufiger Fehler ist eine unzureichende Phase-I-Untersuchung, bei der korrigierbare Laborfehler übersehen werden, was zu unnötigen Herstellungsuntersuchungen und der Ablehnung von Chargen führt.

Fazit

Ein disziplinierter, zweistufiger OOS-Untersuchungsprozess unterscheidet legitime Laborfehler von echten Herstellungsproblemen. Der ordnungsgemäße Umgang mit OOS-Ergebnissen schützt Patienten, unterstützt die Datenintegrität und demonstriert gegenüber den Aufsichtsbehörden wissenschaftliche Genauigkeit.