Skip to content

Article image
Restriktionsenzymverdauung

Der Restriktionsenzymverdau ist eine Technik, mit der DNA an bestimmten, vorgegebenen Stellen geschnitten wird. Restriktionsenzyme – auch Restriktionsendonukleasen genannt – sind molekulare Scheren, die kurze, palindromische DNA-Sequenzen erkennen und die DNA an oder in der Nähe dieser Stellen spalten.

Wie die Verdauung mit Restriktionsenzymen funktioniert

  1. Auswahl des Enzyms

Jedes Restriktionsenzym erkennt eine spezifische DNA-Sequenz, die typischerweise 4–8 Basenpaare lang ist. Gängige Beispiele sind EcoRI (GAATTC) und HindIII (AAGCTT). Wissenschaftler wählen Enzyme danach aus, wo sie relativ zur interessierenden DNA-Region schneiden.

  1. Einrichten der Reaktion

Die gereinigte DNA wird mit dem Restriktionsenzym, einem für dieses Enzym spezifischen Puffer und Wasser gemischt. Der Puffer sorgt für die optimale Salzkonzentration und den optimalen pH-Wert für die Funktion des Enzyms. Die Mischung wird bei der optimalen Temperatur des Enzyms, normalerweise 37 °C, inkubiert.

  1. Inkubation

Während der Inkubation durchsucht das Enzym die DNA nach ihrer Erkennungssequenz. Sobald eine Übereinstimmung gefunden wird, wird das DNA-Rückgrat an bestimmten Stellen durchtrennt. Wenn die DNA mehrere Erkennungsstellen enthält, wird sie in mehrere Fragmente unterschiedlicher Größe zerschnitten.

  1. Hitzeinaktivierung

Nach ausreichender Inkubationszeit wird die Reaktion häufig auf 65–80 °C erhitzt, um das Enzym zu denaturieren und zu inaktivieren und so die Verdauung zu stoppen. Die resultierenden DNA-Fragmente können dann durch Agarose-Gelelektrophorese analysiert oder in nachgelagerten Anwendungen wie dem Klonen verwendet werden.