Skip to content

Article image
Meldung unerwünschter Ereignisse in klinischen Studien

Die Meldung unerwünschter Ereignisse (UE) ist eine wichtige Sicherheitsüberwachungsaktivität in klinischen Studien, die die Identifizierung, Dokumentation und zeitnahe Meldung aller unerwünschten medizinischen Vorkommnisse bei einer Versuchsperson umfasst. Unter ICH E6 und ICH E2A haben Sponsoren und Prüfer besondere Verpflichtungen zur Erkennung und Meldung von schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SAEs) und anderen Sicherheitsinformationen.

Was ist die Meldung unerwünschter Ereignisse?

Ein unerwünschtes Ereignis ist jedes ungünstige und unbeabsichtigte Anzeichen, Symptom oder jede Krankheit, die zeitlich mit der Verwendung eines Prüfpräparats verbunden ist, unabhängig davon, ob ein Zusammenhang mit dem Produkt angesehen wird oder nicht. Ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis ist jedes Ereignis, das zum Tod führt, lebensbedrohlich ist, einen Krankenhausaufenthalt erfordert, eine dauerhafte Behinderung verursacht oder eine angeborene Anomalie darstellt. Die Ermittler müssen den Schweregrad und die Kausalität jedes UE bewerten und die Ergebnisse in den Quellenunterlagen und Fallberichtsformularen des Probanden dokumentieren.

Regulierungsrahmen

AE-Meldepflichten sind in ICH E6 Abschnitte 4.11 und 5.17, ICH E2A für beschleunigte Berichterstattung und 21 CFR Part 312 in den Vereinigten Staaten definiert. Die EU-Verordnung über klinische Studien (536/2014) schreibt die elektronische Übermittlung von SUSARs (Suspected Unexpected Serious Adverse Reactions) an die EudraVigilance-Datenbank vor. Die Fristen für die SUE-Meldung sind streng: Tödliche oder lebensbedrohliche Ereignisse müssen innerhalb von 24 Stunden und andere SUE innerhalb von 15 Tagen gemeldet werden.

Wichtige Anforderungen

Die Ermittler müssen alle SAEs unverzüglich dem Sponsor melden, und der Sponsor muss bei Bedarf eine beschleunigte Berichterstattung an die Aufsichtsbehörden und Ethikkommissionen durchführen. Die Sponsoren sind für die Erkennung von Sicherheitssignalen und die laufende Bewertung des Nutzen-Risiko-Profils des Prüfpräparats verantwortlich. Zur unabhängigen Überprüfung der anfallenden Sicherheitsdaten kann ein Data Safety Monitoring Board (DSMB) eingerichtet werden.

Dokumentation

Die AE-Dokumentation muss eine vollständige Beschreibung des Ereignisses, des Beginns und der Auflösungsdaten, des Schweregrads, der Kausalitätsbewertung und des Ergebnisses enthalten. Alle UE, einschließlich nicht schwerwiegender Ereignisse, müssen in den Quelldokumenten des Probanden erfasst und in der klinischen Datenbank erfasst werden. Sicherheitsberichte, DSMB-Sitzungsprotokolle und Korrespondenz mit Aufsichtsbehörden zu Sicherheitsfeststellungen sind wesentliche Dokumente für das Trial Master File (TMF).

Fazit

Die Meldung unerwünschter Ereignisse ist ein Eckpfeiler des Schutzes der Probandensicherheit in klinischen Studien. Die Einhaltung behördlicher Fristen und eine genaue Kausalitätsbewertung sind für die ethische Durchführung von Studien von entscheidender Bedeutung. Sponsoren und Ermittler müssen zusammenarbeiten, um eine vollständige und zeitnahe Berichterstattung aller Sicherheitsinformationen sicherzustellen.