Die Hellfeldmikroskopie ist das Arbeitspferd der Histopathologie – jeder gefärbte Objektträger wird unter durchscheinendem weißem Licht untersucht. Die Polarisationsmikroskopie bietet zusätzlich die Möglichkeit, doppelbrechende (doppelbrechende) Substanzen wie Amyloid, Kollagen und Kristalle zu erkennen.
Hellfeldmikroskopie
Das Hellfeldmikroskop beleuchtet die Probe von unten mit weißem Licht; Das gefärbte Gewebe absorbiert bestimmte Wellenlängen und erzeugt durch unterschiedliche Lichtabsorption einen Kontrast. Zu den Hauptkomponenten gehören die Lichtquelle (Halogen oder LED), der Kondensor (fokussiert das Licht auf die Probe), Objektive (4x, 10x, 20x, 40x, 60x, 100x) und Okulare (10x). Die Gesamtvergrößerung beträgt Objektiv × Okular.
Köhler-Beleuchtung ist die Standard-Ausrichtungsmethode, die eine gleichmäßige, blendfreie Ausleuchtung gewährleistet. Zu den Schritten gehören das Fokussieren des Kondensors, das Zentrieren der Feldblende und das Einstellen der Aperturblende auf 70–80 % der numerischen Apertur des Objektivs. Die richtige Köhler-Ausrichtung maximiert Auflösung und Kontrast und minimiert gleichzeitig die Belastung der Augen.
Zielauswahl hängt von der untersuchten Struktur ab. Scanobjektive (4x) untersuchen die Gewebearchitektur. Objektive mit geringer Vergrößerung (10-fach) zeigen die allgemeine Histologie und identifizieren Läsionen. Hochtrockene Objektive (20x, 40x) untersuchen zelluläre Details. Ölimmersionsobjektive (60x, 100x) lösen subzelluläre Strukturen und Mikroorganismen auf. Immersionsöl entspricht dem Brechungsindex von Glas und reduziert so die Lichtstreuung.
Techniken zur Kontrastverstärkung
Phasenkontrast wandelt Brechungsindexunterschiede in Kontrastunterschiede um, was für die Untersuchung lebender, ungefärbter Zellen nützlich ist, in der routinemäßigen Histopathologie jedoch selten benötigt wird.
Dunkelfeldmikroskopie verwendet einen speziellen Kondensor, der schräges Licht lenkt und so ungefärbte Objekte vor einem dunklen Hintergrund hell erscheinen lässt. Es ist empfindlich für den Nachweis von Spirochäten und dünnen Bakterien in Gewebeschnitten.
Differentialer Interferenzkontrast (DIC) verwendet polarisiertes Licht und Prismen, um dreidimensionale Reliefbilder zu erstellen, die für die Untersuchung ungefärbter Strukturen und die Zählung mitotischer Figuren nützlich sind.
Polarisationsmikroskopie
Bei der Polarisationsmikroskopie werden zwei Polarisationsfilter verwendet: der Polarisator unterhalb des Kondensors und der Analysator oberhalb des Objektivs. Wenn die Filter gekreuzt sind (90°), erreicht kein Licht das Okular, es sei denn, die Probe enthält doppelbrechendes Material, das die Polarisationsebene dreht.
Mit Kongorot gefärbtes Amyloid zeigt unter gekreuzten Polarisatoren eine apfelgrüne Doppelbrechung – der diagnostische Goldstandard für Amyloidose. Die Doppelbrechung resultiert aus der Beta-Faltblattstruktur der Amyloidfibrillen.
Kollagen ist aufgrund seiner hochgeordneten Faserstruktur von Natur aus doppelbrechend. Die Polarisation verbessert die Sichtbarkeit von Kollagen in Bindegewebsflecken und kann zur Einstufung von Fibrose beitragen.
Kristalle – Harnsäure (Gicht), Calciumpyrophosphat (Pseudogicht), Cystin und Kieselsäure – sind stark doppelbrechend. Die Polarisationsmikroskopie ist für die Identifizierung von Kristalltypen in Synovialflüssigkeit und Gewebeschnitten unerlässlich.
Asbestkörper im Lungengewebe zeigen bei polarisierter Betrachtung charakteristische doppelbrechende Kerne.
Praktische Überlegungen für Pathologen
Ein Lehrmikroskop mit mehreren Köpfen ermöglicht die gleichzeitige Betrachtung durch mehrere Beobachter zur Konsensdiagnose und Qualitätssicherung Überprüfung. Ergonomie ist wichtig – die verstellbare Stuhlhöhe, der geneigte Mikroskopkopf und die Armlehnen verhindern Verletzungen durch wiederholte Belastung bei langen Betrachtungssitzungen. Reinigung – Linsen sollten nur mit Linsenpapier und zugelassenen Lösungen gereinigt werden; Immersionsöl muss nach jedem Gebrauch von den Objektiven entfernt werden. Kalibrierung – Okularmikrometer messen Objektabmessungen; Tischmikrometer kalibrieren das Messsystem. Am Mikroskop montierte Digitalkameras erfassen Bilder für Berichte, Unterricht und digitale Pathologie-Archive. Durch die regelmäßige Wartung des Mikroskops (jährliche professionelle Reinigung und Ausrichtung) bleibt die optische Leistung erhalten.