Skip to content

Article image
Hellfeld- und Polarisationsmikroskopie in der Histopathologie

Die Hellfeldmikroskopie ist das Arbeitstier der Histopathologie — jeder gefärbte Schnitt wird unter durchfallendem weißem Licht untersucht. Die Polarisationsmikroskopie erweitert die Bildgebung um den Nachweis doppelbrechender Substanzen wie Amyloid, Kollagen und Kristallen.

Hellfeldmikroskopie

Das Hellfeldmikroskop beleuchtet das Präparat mit weißem Licht von unten; das gefärbte Gewebe absorbiert bestimmte Wellenlängen, wodurch Kontrast durch differentielle Lichtabsorption entsteht. Zu den Hauptkomponenten gehören die Lichtquelle (Halogen oder LED), der Kondensor (bündelt Licht auf das Präparat), die Objektive (4x, 10x, 20x, 40x, 60x, 100x) und die Okulare (10x). Die Gesamtvergrößerung ist Objektiv × Okular.

Köhlersche Beleuchtung ist die standardisierte Einstellmethode für gleichmäßige, blendfreie Ausleuchtung. Die richtige Köhler-Einstellung maximiert Auflösung und Kontrast bei minimaler Augenbelastung.

Objektivauswahl hängt von der zu untersuchenden Struktur ab. Übersichtsobjektive (4x) erfassen die Gewebearchitektur. Schwachvergrößernde Objektive (10x) zeigen die allgemeine Histologie und identifizieren Läsionen. Hochauflösende Trockenobjektive (20x, 40x) untersuchen Zelldetails. Ölimmersionsobjektive (60x, 100x) lösen subzelluläre Strukturen und Mikroorganismen auf.

Polarisationsmikroskopie

Die Polarisationsmikroskopie verwendet zwei Polarisationsfilter. Wenn die Filter gekreuzt sind (90°), gelangt kein Licht zum Okular, es sei denn, das Präparat enthält doppelbrechendes Material.

Amyloid mit Kongorot gefärbt zeigt apfelgrüne Doppelbrechung unter gekreuzten Polarisatoren — der diagnostische Goldstandard für Amyloidose. Kollagen ist aufgrund seiner hochgeordneten Faserstruktur natürlich doppelbrechend. Kristalle — Harnsäure (Gicht), Calciumphosphat (Pseudogicht) — sind hell doppelbrechend.

Praktische Überlegungen

Ein Mehrkopf-Lehrmikroskop ermöglicht die gleichzeitige Betrachtung durch mehrere Beobachter für Konsensdiagnosen und Qualitätssicherung. Ergonomie — verstellbare Stuhlhöhe, geneigter Mikroskopkopf und Armauflagen beugen Belastungsschäden vor. Reinigung — Linsen nur mit Spezialpapier und -lösungen reinigen; Immersionsöl nach jedem Gebrauch von den Objektiven entfernen. Kalibrierung — Okularmikrometer messen Objektabmessungen; Objektmikrometer kalibrieren das Messsystem. Digitalkameras am Mikroskop erfassen Bilder für Befunde, Lehre und digitale Pathologie.