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Verpackungs- und Etikettierungsvorgänge

Verpackungs- und Etikettierungsvorgänge gehören zu den risikoreichsten Tätigkeiten in der Arzneimittelherstellung, da Fehler dazu führen können, dass Produkte mit falscher Kennzeichnung an Patienten gelangen. GMP-Vorschriften erfordern strenge Kontrollen, um sicherzustellen, dass jede Verpackung die richtigen Produkt-, Stärke- und Etiketteninformationen enthält.

Was sind Verpackungs- und Etikettierungsvorgänge?

Zu den Verpackungsvorgängen gehören Primärverpackungen (Produktkontaktmaterialien wie Blisterpackungen, Fläschchen und Flaschen) und Sekundärverpackungen (Kartons, Packungsbeilagen und Versandverpackungen). Bei Etikettierungsvorgängen werden gedruckte Etiketten mit Produktinformationen, Chargennummer, Verfallsdatum und zunehmend auch Serialisierungscodes für die Einhaltung der Track-and-Trace-Vorschriften angebracht. Zwischen verschiedenen Verpackungsläufen wird eine Linienräumung durchgeführt, um sicherzustellen, dass kein Material aus der vorherigen Charge übrig bleibt.

Regulierungsrahmen

21 CFR Teil 211.122–211.137 enthält Einzelheiten zu den Etikettierungs- und Verpackungskontrollanforderungen, einschließlich Empfang, Lagerung, Abgleich und Vernichtung von Etiketten. EU-GMP-Kapitel 5 (Produktion) und Kapitel 3 (Räumlichkeiten und Ausrüstung) decken Verpackungsvorgänge ab. Die EU-Fälschungsrichtlinie (2011/62/EU) schreibt die Serialisierung und manipulationssichere Verpackung für verschreibungspflichtige Medikamente vor. Die Standards ISO 15394 und GS1 regeln die Barcode- und Serialisierungscodierung.

Wichtige Anforderungen

Die Produktionsfreigabe erfordert eine dokumentierte Überprüfung, ob alle vorherigen Chargenmaterialien, Etiketten und Produkte entfernt wurden, bevor eine neue Charge beginnt – in der Regel von zwei Bedienern überprüft und von der Qualitätssicherung gegengezeichnet. Der Etikettenabgleich berücksichtigt alle gedruckten, verwendeten, beschädigten und zerstörten Etiketten, wobei für kritische Etiketten ein 100-prozentiger Abgleich erwartet wird. Bei der Serialisierung muss jede verkaufsfähige Einheit eine eindeutige Kennung tragen, die an eine nationale oder EU-Hub-Datenbank gemeldet wird.

Praktische Umsetzung

Automatisierte Verpackungslinien verwenden Bildverarbeitungssysteme, um Etiketten, Barcodes und Seriennummern mit hoher Geschwindigkeit zu überprüfen. Die Betreiber führen in definierten Abständen manuelle Kontrollen durch. Der Abgleich erfolgt am Ende jeder Verpackungskampagne, wobei etwaige Unstimmigkeiten vor der Chargenfreigabe untersucht werden. Serialisierungssysteme müssen auf Datenintegrität und Konnektivität mit nationalen Datenbanken validiert werden.

Häufige Fallstricke

Etikettenverwechslungen – wenn ein Produkt mit einem falschen Etikett versehen wird – gehören zu den gravierendsten GMP-Abweichungen und sind eine der Hauptursachen für Rückrufe. Insbesondere in komplexen Verpackungshallen, in denen mehrere Linien gleichzeitig laufen, kommt es häufig auch zu unzureichenden Linienabständen.

Fazit

Verpackung und Etikettierung erfordern die gleiche Strenge wie Herstellungsvorgänge. Investitionen in automatisierte Inspektionstechnologie und robuste Produktionsabfertigungsverfahren sind unerlässlich, um die potenziell lebensbedrohlichen Folgen falsch etikettierter Arzneimittel zu verhindern.