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Metabolisches Profiling: Ein Überblick

Überblick

Das metabolische Profiling — auch als ungezielte Metabolomik bekannt — ist die umfassende Messung niedermolekularer Metabolite in einer biologischen Probe. Metabolite sind die Endprodukte zellulärer Prozesse, und ihre Spiegel spiegeln die integrierte Antwort des Genoms, Transkriptoms und Proteoms auf genetische und Umweltveränderungen wider. Im Gegensatz zu gezielten Ansätzen, die eine vordefinierte Gruppe von Verbindungen quantifizieren, zielt das metabolische Profiling darauf ab, so viele Metabolite wie möglich gleichzeitig zu erfassen und so eine globale Momentaufnahme des Metaboloms zu erzeugen. Diese ganzheitliche Sicht kann unerwartete metabolische Veränderungen aufdecken und neue Hypothesen über Krankheitsmechanismen, Wirkstoffwirkungen und physiologische Regulation generieren.

Schlüsselkonzepte

Die analytischen Plattformen für das metabolische Profiling werden von der Massenspektrometrie (MS) und der Kernspinresonanzspektroskopie (NMR) dominiert, die sich mit ihren komplementären Stärken ergänzen. MS bietet eine höhere Empfindlichkeit und breitere Abdeckung, während NMR eine außergewöhnliche Reproduzierbarkeit und zerstörungsfreie Quantifizierung bietet. Die Datenvorverarbeitung umfasst Peakerkennung, Alignment, Normalisierung und Filterung zur Korrektur von Batcheffekten und instrumentellem Drift. Die multivariate statistische Analyse — Hauptkomponentenanalyse (PCA), Partial Least Squares Discriminant Analysis (PLS-DA) und Random Forests — dient der Identifizierung von Metaboliten, die zwischen experimentellen Gruppen unterscheiden. Die Metabolitenidentifizierung bleibt der größte Engpass und erfordert genaue Masse, Retentionszeit und Fragmentierungsspektren, die mit Referenzbibliotheken abgeglichen werden.

Anwendungen

Das metabolische Profiling wird in der Biomarkerentdeckung, Toxikologie, funktionellen Genomik und Ernährungswissenschaft eingesetzt. Es identifiziert metabolische Signaturen von Krankheiten wie Krebs, Diabetes und angeborenen Stoffwechselstörungen. Der Ansatz verbindet Stoffwechselwege mit physiologischen Zuständen in Echtzeit, nutzt Massenspektrometrie für eine breite Abdeckung und profitiert von der NMR-Spektroskopie für die robuste Quantifizierung häufiger Metabolite.