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Probenannahme, grobe Untersuchung und Präparation

May 16, 2026

Der Weg einer Gewebeprobe vom Operationssaal zum Mikroskop des Pathologen beginnt mit der Aufnahme im histopathologischen Labor und der systematischen Grobuntersuchung. Jeder nachfolgende Schritt – Verarbeitung, Schneiden und Färben – hängt in dieser Phase von der korrekten Identifizierung, Handhabung und Probenahme ab.

Probenempfang und Beitritt

Bei der Ankunft wird die Probe anhand des beigefügten Anforderungsformulars überprüft. Drei Identifikatoren werden überprüft: Patientenname, Geburtsdatum und Krankenaktennummer. Der Probenbehälter wird auf korrekte Beschriftung und Dichtheit untersucht. Die Anzahl der Behälter und deren Inhalt werden mit dem Formular abgeglichen. Unstimmigkeiten werden dem einreichenden Arzt unverzüglich gemeldet.

Jeder Probe wird eine eindeutige Zugangsnummer zugewiesen – typischerweise eine fortlaufende Nummer mit vorangestelltem Jahr (z. B. S26-12345 für chirurgische Pathologie, 2026, Fall 12345). Mehrere Proben desselben Patienten während derselben Begegnung erhalten unterschiedliche Zugangsnummern, können jedoch verknüpft sein. Barcode-Etiketten werden gedruckt und auf der Anforderung, dem Probenbehälter und allen nachfolgenden Dokumenten und Kassetten angebracht.

Ausrichtung und Einfärbung

Die richtige Orientierung ist entscheidend. Kleine Biopsien werden vom Chirurgen häufig auf Filterpapier oder in einer Kassette vororientiert. Bei großen Proben muss der Pathologe oder Assistent anatomische Orientierungspunkte identifizieren – seröse Oberflächen, Schleimhautoberflächen, Resektionsränder und lymphknotentragende Bereiche.

Inking trägt farbige Farbstoffe (Indien Schwarz, Blau, Grün, Gelb, Orange, Rot) auf bestimmte Resektionsränder auf. Die Farben bleiben während der Verarbeitung und Färbung erhalten, sodass der Pathologe die Ränder mikroskopisch identifizieren kann. Ein gängiges Schema: proximaler Rand (schwarz), distaler Rand (blau), radialer/umlaufender Rand (grün) und tiefer Rand (gelb). Die eingefärbte Oberfläche wird vor dem Eintauchen in Formalin zum Trocknen vorsichtig mit saugfähigem Papier berührt. Mehrere Farben müssen nacheinander aufgetragen und zwischendurch getrocknet werden, um ein Vermischen zu verhindern.

Bruttobeschreibung

Die grobe Beschreibung folgt einem standardisierten Format: Organ-/Gewebetyp, Lateralität (rechts, links, Mittellinie), Probentyp (Biopsie, Exzision, Resektion), Abmessungen in drei Achsen (Länge × Breite × Dicke in cm), Gewicht (für Organe, in Gramm), äußere Oberfläche (Farbe, Konsistenz, Läsionen), Schnittoberfläche (Farbe, Textur, Nekrose, Blutung, zystische Veränderungen) und Ränder (Abstand des Tumors von jedem eingefärbten Rand). Fotos dokumentieren grobe Befunde für den Bericht, die Tumorboard-Präsentation und gerichtsmedizinische Zwecke.

Probenahme und Kassetteneinreichung

Zur Bearbeitung werden repräsentative Abschnitte herangezogen. Zu den allgemeinen Grundsätzen gehören: ein Abschnitt pro cm Tumordurchmesser bei großen Tumoren; Abschnitte, die die Beziehung zwischen Tumor, normalem Gewebe und Rändern veranschaulichen; Abschnitte aller grob sichtbaren Läsionen; Abschnitte von Lymphknoten; und Abschnitte von völlig unauffälligem Gewebe zum Vergleich.

Die Schnitte werden mit einer Dicke von 2–4 mm geschnitten – dünn genug für eine vollständige Fixierung und Verarbeitung, aber dick genug, um die architektonische Integrität aufrechtzuerhalten. Jeder Abschnitt wird in eine beschriftete Gewebekassette (perforierter Kunststoffbehälter) gelegt, die die Zugangsnummer, den Blockbuchstaben (A, B, C usw.) und eine kurze Beschreibung (z. B. „Tumor“, „margin-proximal“, „Lymphknoten“) trägt.

Probentypspezifische Protokolle

Brustproben – Kernnadelbiopsien werden gezählt und in Linsenpapier eingewickelt; Exzisionen (Lumpektomie, Mastektomie) werden eingefärbt, in 5-mm-Abständen geschnitten und zur mammographischen Korrelation bzw. Probenradiographie zur Randbeurteilung geröntgt.

Kolorektale Resektionen – entlang der Anti-Mesenterium-Grenze geöffnet, an einer Pinnwand befestigt und vor dem Schneiden über Nacht fixiert. Der Tumor wird durch seine maximale Ausdehnung geschnitten. Lymphknoten werden aus dem Mesenterium herauspräpariert (mindestens 12 Knoten für das Krebsstadium).

Prostataproben – radikale Prostatektomien werden eingefärbt (rechte Seite blau, linke Seite schwarz), gewogen, gemessen und in Abständen von 3–4 mm vom Apex bis zur Basis geschnitten. Die gesamte Verschraubung wird zur genauen Gleason-Einstufung und -Einstufung eingereicht (Vollmontage oder Standardabschnitte).

Hautproben – die Ausrichtung wird mit Nähten markiert (kurze Naht = oben, lange Naht = seitlich). Die Ränder sind eingefärbt. Elliptische Exzisionen werden in Abständen von 2–3 mm durchgeführt; Shave- und Punch-Biopsien werden halbiert.

Sicherheit

Die Bruttountersuchung wird in einer belüfteten Bruttostation mit Abluftluftstrom durchgeführt, der Formalindämpfe auffängt. Zur persönlichen Schutzausrüstung gehören ein flüssigkeitsbeständiger Kittel, schnittfeste Handschuhe (für Knochen- und verkalkte Proben), ein Gesichtsschutz und eine Atemschutzmaske beim Umgang mit bekanntermaßen infektiösen Proben. Alle Instrumente und Oberflächen werden zwischen den Behandlungen dekontaminiert. Scharfe Abfälle (Skalpellklingen, Nadeln) werden in dafür vorgesehenen Behältern für scharfe Gegenstände entsorgt.