Die digitale Pathologie ist die Praxis der Pathologie unter Verwendung digitaler Bilder von Gewebeschnitten anstelle von Glasobjektträgern. Ganzschnittscanner digitalisieren vollständige Objektträger bei hoher Auflösung und erzeugen virtuelle Schnitte, die ohne physisches Mikroskop betrachtet, analysiert, geteilt und archiviert werden können.
Ganzschnittscanner
Ganzschnittscanner erfassen Gewebeschnitte bei mikroskopischer Auflösung (typischerweise 0,25-0,5 µm pro Pixel). Die Scanzeit beträgt 30 Sekunden bis 5 Minuten pro Objektträger.
Bildformate und Speicherung
Ein einzelner 40x-Scan erzeugt 5-15 GB unkomprimierte Daten. Komprimierung reduziert dies auf 500 MB-2 GB. Das SVS-Format (Aperio/Leica) ist am weitesten verbreitet. Ein typisches Pathologielabor erzeugt 1-5 TB WSI-Daten pro Jahr.
Fernbefundung und Telepathologie
Die digitale Pathologie ermöglicht die Fernbefundung — Pathologen können Fälle von jedem Ort mit ausreichender Internetbandbreite beurteilen. Die FDA-Zulassung für die Primärdiagnostik mittels WSI erfolgte 2017.
Künstliche Intelligenz
Computergestützte Diagnosealgorithmen erkennen Regionen von Interesse, Mitosen, Tumorareale und Mikrometastasen. Quantitative Bildanalyse liefert reproduzierbare Messungen: Ki-67-Index, HER2-Score, PD-L1 Tumor Proportion Score. Deep Learning-Algorithmen erfordern große, gut annotierte Trainingsdatensätze.