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Interne und externe Audits

Audits sind systematische, unabhängige Untersuchungen von Herstellungs- und Qualitätssystemen, um die Einhaltung der GMP-Anforderungen zu überprüfen. Sie sind unterteilt in interne Audits (von der Organisation durchgeführte Selbstinspektionen) und externe Audits (durchgeführt von Kunden, Aufsichtsbehörden oder externen Zertifizierungsstellen).

Was sind interne und externe Audits?

Interne Audits sind geplante Selbstinspektionen, die die Einhaltung von GMP und internen Verfahren durch eine Einrichtung bewerten. Zu den externen Audits gehören Lieferantenaudits (Bewertung von Rohstoff- oder Vertragsdienstleistern), Kundenaudits (bei denen Pharmaunternehmen ihre Vertragshersteller prüfen) und behördliche Inspektionen (separat besprochen in Regulatorische Inspektionen). Beide Typen folgen einem ähnlichen Zyklus: Planung, Vorbereitung, Durchführung, Berichterstattung und Nachbereitung.

Regulierungsrahmen

EU GMP Kapitel 9 (Selbstinspektion) verlangt von Herstellern die Durchführung regelmäßiger Selbstinspektionen. ICH Q10 beinhaltet das interne Audit als Schlüsselelement des pharmazeutischen Qualitätssystems. 21 CFR Part 211.22 schreibt vor, dass die Qualitätseinheit befugt sein muss, Audits durchzuführen. ICH Q7 Abschnitt 2.4 erfordert interne Audits für API-Hersteller. PIC/S PI 009 bietet Leitlinien zur Prüfung von Qualitätssystemen.

Wichtige Anforderungen

Interne Audits müssen risikobasiert geplant werden – Prozesse mit hohem Risiko (sterile Herstellung, wirksame Verbindungen) können jährlich überprüft werden, während Bereiche mit geringerem Risiko alle zwei bis drei Jahre überprüft werden können. Für jedes Audit sind qualifizierte Auditoren erforderlich, die unabhängig vom auditierten Bereich sind. Eine Audit-Checkliste gewährleistet die Abdeckung aller anwendbaren GMP-Elemente. Prüfungsfeststellungen werden als kritisch, schwerwiegend oder geringfügig klassifiziert und jede Feststellung muss mit einem CAPA verknüpft sein. Innerhalb eines definierten Zeitrahmens wird ein Auditbericht erstellt und die CAPA-Wirksamkeit wird bei Abschluss überprüft.

Praktische Umsetzung

Basierend auf der Risikobewertung wird ein jährlicher Auditplan entwickelt und vom Qualitätsmanagement genehmigt. Prüfer nutzen Befragungen, Dokumentenprüfungen und Betriebsrundgänge, um Beweise zu sammeln. Eröffnungs- und Abschlussgespräche legen den Rahmen fest und kommunizieren die Ergebnisse. Bei Lieferantenaudits fließen die Auditergebnisse in die Liste der zugelassenen Lieferanten ein und können sich auf Beschaffungsentscheidungen auswirken.

Häufige Fallstricke

Eine häufige Schwäche sind interne Audits, die zu oberflächlich sind und sich auf die Überprüfung der Dokumentation ohne angemessene Anlagenbeobachtung oder Bedienerbefragungen konzentrieren. Ein weiterer Grund besteht darin, dass die CAPA-Wirksamkeit bei Folgeaudits nicht überprüft wird, was dazu führt, dass wiederkehrende Probleme unentdeckt bleiben.

Fazit

Ein solides Auditprogramm – das strenge interne Selbstinspektionen mit gründlichen externen Lieferantenaudits kombiniert – ist für die Aufrechterhaltung der GMP-Konformität unerlässlich. Audits bieten einen objektiven Einblick in den tatsächlichen Zustand von Qualitätssystemen und treiben kontinuierliche Verbesserungen voran.