Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten hat am Sonntag neue Überwachungsstandards für Respirationsviren in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum veröffentlicht, mit dem Ziel, Lücken zu schließen, die es Ausbrüchen ermöglicht haben, an Boden zu gewinnen, bevor Gesundheitssysteme reagieren konnten.
Die Leitlinien, die als erster integrierter Rahmen dieser Art für die Region beschrieben werden, legen praktische Ziele für die Überwachung von Influenza, COVID-19, RSV und anderen akuten respiratorischen Erregern fest. Sie spezifizieren die epidemiologischen und laborbezogenen Systeme, die Länder vorhalten müssen, und erklären, wie vergleichbare Daten über Grenzen hinweg nationale und EU-weite Präventions- und Kontrollmaßnahmen unterstützen können.
Anstelle eines einzelnen statischen Dokuments hat das ECDC die Leitlinien als modulares Werkzeugpaket konzipiert, das im kommenden Jahr erweitert wird. Ein Modul zur „richtigen Bemessung“ — wie viele Proben sequenziert werden sollen und wie oft — befindet sich noch in Entwicklung, und künftige Ausgaben könnten die Überwachung von Abwasser und die Nutzung elektronischer Patientenakten zur frühen Erkennung umfassen.
Im Kern fordern die Leitlinien die Länder auf, mehrere Überwachungsebenen gleichzeitig aufrechtzuerhalten. Netzwerke der primären Gesundheitsversorgung, die influenzaähnliche und akute Atemwegserkrankungen verfolgen, bleiben die erste Verteidigungslinie zur Früherkennung saisonaler Signale. Krankenhausbezogene Systeme, die schwere akute respiratorische Infektionen überwachen, bieten Einblick in die Schwere der Erkrankung und die Belastung des Gesundheitssystems.
Die Leitlinien heben auch neuere Ansätze hervor, die in Europa an Bedeutung gewinnen. Die Überwachung von Abwasser, die während der COVID-19-Pandemie schnell expandiert ist, bietet ein unabhängiges Signal der community-Übertragung, das nicht davon abhängt, dass Menschen medizinische Hilfe suchen. Partizipative Überwachung — bei der Freiwillige Symptome über digitale Plattformen melden — erfasst Infektionen unter Menschen, die niemals einen Arzt aufsuchen und füllt eine blinde Stelle traditioneller Systeme.
Der Rahmen ist so konzipiert, dass er für Länder mit sehr unterschiedlichen Gesundheitsinfrastrukturen und Überwachungsgeschichten flexibel genug ist. Das ECDC erklärte, dass das Ziel nicht die Verordnung eines Einheitsmodells ist, sondern die Bereitstellung eines gemeinsamen Referenzpunkts, den Länder an ihren eigenen Kontext anpassen können, während die Vergleichbarkeit von Daten in der gesamten Region gewahrt bleibt.
Ob die Leitlinien zu einer besseren Früherkennung führen, wird davon abhängen, ob die Länder in die Laboratoriumskapazitäten, Datenflüsse und Personal investieren, die erforderlich sind, diese Systeme auf dem Niveau zu betreiben, das das Dokument vorsieht.
Quelle: ECDC-Pressemitteilung