Der Notfalltaskforce (ETF) der EMA hat empfohlen, COVID-19-Impfstoffe für die Impfsaison 2026/2027 auf die neue SARS-CoV-2-Variante XFG auszurichten.
XFG gehört zur JN.1-Familie der Omikron-Subvarianten. Ihre Verbreitung hat seit Juni 2025 weltweit zugenommen und erreichte im Oktober 2025 mit 74% der genetisch sequenzierten Infektionen ihren Höhepunkt. Sie bleibt bei den JN.1-Subvarianten vorherrschend, wenn auch nicht durchgängig in allen Regionen. In Europa zirkulieren weitere Varianten, darunter NB.1.81, eine mit JN.1 verwandte Variante, und BA.3.2, die sich genetisch von der JN.1-Familie unterscheidet und in einigen Ländern zunimmt.
Grundlage der Empfehlung
Bei ihrer Empfehlung konsultierte die ETF die Weltgesundheitsorganisation, internationale Partner und Inhaber von Genehmigungen für das Inverkehrbringen von COVID-19-Impfstoffen. Die Taskforce berücksichtigte Daten zur Virusentwicklung, zur Wirksamkeit von Impfstoffen mit JN.1-, KP.2- und LP.8.1-Stämmen sowie Ergebnisse aus Tierstudien zu angepassten Kandidatenimpfstoffen gegen XFG, LP.8.1 und BA.3.2.2.
Die Evidenz deutet darauf hin, dass eine Ausrichtung auf XFG den besten Schutz gegen COVID-19 durch JN.1-Omikron-Subvarianten sowie gegen BA.3.2 bieten würde. Impfstoffe gegen den LP.8.1-Stamm könnten weiterhin für Impfkampagnen im Jahr 2026 in Betracht gezogen werden. Die Empfehlung muss möglicherweise aktualisiert werden, wenn sich die epidemiologische Lage wesentlich ändert, insbesondere angesichts der zunehmenden Verbreitung von BA.3.2 und dessen Potenzial für weitere Entwicklung und Immunflucht.
Nächste Schritte für Hersteller
Die Inhaber von Genehmigungen für das Inverkehrbringen sollten nun die EMA kontaktieren, um Aktualisierungen ihrer Impfstoffzulassungen zu besprechen. Es wird erwartet, dass alle Zulassungsinhaber die Zusammensetzung ihrer zugelassenen Impfstoffe entsprechend dieser Empfehlung aktualisieren. Unternehmen, die derzeit neue COVID-19-Impfstoffe gegen andere Stämme als XFG entwickeln, werden ebenfalls ermutigt, die EMA zu kontaktieren, um Strategien zur Änderung der Impfstoffzusammensetzung zu besprechen.
Entscheidungen der nationalen Behörden
Die nationalen Behörden in der Europäischen Union werden letztlich über die Impfkampagnen für 2026 und 2027 entscheiden und dabei die epidemiologische Lage in ihren jeweiligen Ländern berücksichtigen.
Quelle: EMA-Nachrichten