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Methoden zur Fettextraktion

May 24, 2026

Die Lipidextraktion ist ein grundlegender Schritt in der Lebensmittelanalyse für Nährwertkennzeichnung, Qualitätsbewertung und Forschungszwecke. Die Wahl der Extraktionsmethode hängt von der Lebensmittelmatrix, der Art der vorhandenen Lipide und davon ab, ob Gesamtfett oder bestimmte Lipidklassen von Interesse sind.

Soxhlet-Extraktion

Die Soxhlet-Methode ist die klassische Referenztechnik zur Gesamtfettbestimmung. Eine getrocknete Probe wird in eine Zellulosehülse gegeben und über 4–24 Stunden wiederholt mit einem siedenden organischen Lösungsmittel, typischerweise Petrolether oder n-Hexan, extrahiert. Anschließend wird das Lösungsmittel verdampft und das restliche Fett gewogen. Die Soxhlet-Extraktion ist einfach, reproduzierbar und zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften gut etabliert. Allerdings ist es zeitaufwändig, verbraucht große Lösungsmittelmengen und extrahiert nur unpolare Lipide – polare Lipide wie Phospholipide werden nur schlecht zurückgewonnen.

Folch-Methode

Die Folch-Methode (Chloroform-Methanol-Extraktion) wird häufig zur vollständigen Lipidextraktion eingesetzt, insbesondere bei Geweben mit hohem Wassergehalt. Die Probe wird mit einer 2:1 (V/V)-Mischung aus Chloroform und Methanol homogenisiert. Nach Zugabe von Wasser oder Kochsalzlösung trennt sich die Mischung in zwei Phasen: Die untere Chloroformphase enthält die Lipide und die obere wässrige Phase enthält Nicht-Lipid-Verunreinigungen. Die Lipidphase wird gesammelt, getrocknet und gewogen. Mit dieser Methode werden sowohl polare als auch unpolare Lipide, einschließlich Phospholipide und Glykolipide, effizient extrahiert.

Bligh-Dyer-Methode

Die Bligh-Dyer-Methode ist eine Modifikation des Folch-Verfahrens, die ein geringeres Lösungsmittel-zu-Probe-Verhältnis verwendet, was sie für große Probenvolumina praktischer macht. Die Anteile von Chloroform, Methanol und Wasser werden so angepasst, dass ein einphasiges Extraktionssystem entsteht, das dann durch Verdünnung mit Wasser und Chloroform in zwei Phasen aufgeteilt wird. Diese Methode eignet sich besonders für Proben mit hohem Feuchtigkeitsgehalt, wie zum Beispiel Fisch und Meeresfrüchte.

Extraktion überkritischer Flüssigkeiten

Die überkritische Fluidextraktion (SFE) mit Kohlendioxid (CO2) ist eine moderne, umweltfreundliche Alternative zur Lösungsmittelextraktion. CO2 oberhalb seines kritischen Punktes (31,1 °C, 73,8 bar) hat eine flüssigkeitsähnliche Dichte und ein gasähnliches Diffusionsvermögen, was eine effiziente Lipidextraktion ermöglicht. Der Zusatz von Modifikatoren wie Ethanol kann die Extraktion polarer Lipide steigern. SFE macht organische Lösungsmittel überflüssig, verkürzt die Analysezeit und kann direkt mit der chromatographischen Analyse gekoppelt werden. Die Haupteinschränkung sind die hohen Erstausrüstungskosten.

Saure Hydrolyse

Bei Proben, die gebundene Lipide enthalten, wie Backwaren, Nudeln und Snacks, ist eine Säurehydrolyse erforderlich, um in Stärke- oder Proteinmatrizen eingeschlossene Lipide freizusetzen. Die Probe wird mit Salzsäure gekocht, um die Bindungen zwischen Lipiden und anderen Nahrungsbestandteilen aufzubrechen, gefolgt von einer Filtration und Extraktion mit organischen Lösungsmitteln. Das extrahierte Fett wird anschließend getrocknet und gewogen.

Milchspezifische Methoden

Die Mojonnier-Methode ist die offizielle Methode zur Fettbestimmung in Milchprodukten. Es verwendet eine sequentielle Extraktion mit Ethylether und Petrolether, gefolgt von einer Lösungsmittelverdampfung und einer gravimetrischen Messung. Die für Milch und Rahm spezifische Gerber-Methode umfasst die Verdauung des Proteins mit Schwefelsäure und die Abtrennung des Fetts durch Zentrifugation in einem Butyrometer, wobei der Fettanteil direkt von einer geeichten Skala abgelesen wird. Die Wahl der Extraktionsmethode hängt von der Lebensmittelmatrix und der beabsichtigten Verwendung der extrahierten Lipide ab. Der Feuchtigkeitsgehalt muss bekannt sein, um konsistente Ergebnisse liefern zu können.