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FPLC

June 7, 2026

Die Fast Protein Liquid Chromatography ist ein Mitteldruck-Chromatographiesystem, das speziell für die präparative Reinigung von Proteinen und anderen Biomolekülen unter Bedingungen entwickelt wurde, die ihre native Struktur und Aktivität erhalten.

Prinzipien

Die FPLC arbeitet nach denselben Trennprinzipien wie die HPLC, jedoch bei niedrigeren Betriebsdrücken (typischerweise unter 5 MPa) und mit biokompatiblen Flusswegen. Das System besteht aus einer Pumpe, die einen präzise gesteuerten Mobillphasengradienten liefert, einem Injektor für die Probenaufgabe, einer Chromatographiesäule, die mit Trennmedium gefüllt ist, Detektoren, die die UV-Absorption (typischerweise 280 nm für Proteine), Leitfähigkeit und pH-Wert überwachen, und einem Fraktionssammler. Die biokompatible Konstruktion — inerte PEEK- oder Titan-Flusswege — verhindert Proteindenaturierung und metallkatalysierte Oxidation.

Säulen und Medien

FPLC-Säulen reichen von 1 mL (analytisch) bis zu Litern (Prozessmaßstab). Vorgepackte Säulen wie die HiTrap- und HiPrep-Serien sind in verschiedenen Chemien erhältlich. Die Medien sind typischerweise agarosebasiert (Sepharose, Superose) oder polymerbasiert (Superdex, Source) mit kontrollierten Partikelgrößen, die die Auflösung bei moderaten Flussraten und Drücken optimieren. Zu den Säulenchemien gehören Ionenaustausch (IEX), Größenausschluss, hydrophobe Interaktion, Umkehrphase und Affinitätschromatographie, einschließlich Protein A-, IMAC- und GST-Bind-Harze.

Systemkomponenten

Eine Doppelkolbenpumpe liefert präzise Flussraten von 0,001 bis 50 mL/min. Der Gradientenmischer mischt bis zu vier Puffer und ermöglicht mehrstufige Elutionsprotokolle. UV-Detektoren messen die Absorption bei 280 nm und optional bei 260 nm (Nukleinsäuren) und 214 nm (Peptidbindungen). Ein Leitfähigkeitsdetektor überwacht die Puffersalzkonzentration, und pH-Elektroden verfolgen die Elutionsbedingungen. Der Fraktionssammler gibt das Eluat basierend auf Peakerkennungsschwellen in Röhrchen oder Mikroplatten ab. Moderne Systeme (ÄKTA-Serie) werden von Software gesteuert, die Methoden, Datenerfassung und Fraktionssammlung automatisiert.

Methodenentwicklung

Eine typische Reinigung beginnt mit dem Pufferaustausch oder der Dialyse der Probe in den Startpuffer. Die Säule wird mit 5–10 Säulenvolumina Startpuffer äquilibriert. Die Probe wird über eine Dosierschleife oder Superloop bei 0,5–2 mL/min aufgetragen. Nach dem Auftragen wird ungebundenes Material ausgewaschen, bis die UV-Basislinie stabilisiert ist. Die Elution erfolgt über einen Stufen- oder linearen Gradienten, der kontinuierlich überwacht wird. Fraktionen werden über eluierende Peaks gesammelt. Die Säulenreinigung und -desinfektion zwischen den Läufen verhindert Verschleppungen.

Skalierung

FPLC-Methoden skalieren linear mit dem Säulenvolumen. Parameter wie lineare Flussrate (cm/h), Probenbeladung (mg pro mL Harz), Gradientenvolumen (Säulenvolumina) und Fraktionsgröße (mL) werden über die Skalen hinweg konstant gehalten. Die Methodenentwicklung bei 1 mL Säulenvolumen lässt sich direkt auf präparative Säulen von 5, 50 oder 500 mL übertragen.

Anwendungen

Die FPLC ist das Arbeitstier der Proteinreinigung im Labormaßstab. Sie wird zur Reinigung rekombinanter Proteine aus bakteriellen, Insekten- oder Säugetier-Zelllysaten, monoklonaler Antikörper aus Hybridoma- oder CHO-Zellkulturüberständen und nativer Proteine aus Gewebeextrakten verwendet. Mehrstufige Reinigungsprotokolle kombinieren orthogonale Trennmodi — zum Beispiel Erfassung durch IMAC, Zwischenreinigung durch Ionenaustausch und Polieren durch Größenausschluss — jeweils auf demselben FPLC-System durchgeführt.