Das Laborabfallmanagement ist ein kritischer Bestandteil des Laborbetriebs. Die ordnungsgemäße Abfallhandhabung schützt Personal, Öffentlichkeit und Umwelt und stellt gleichzeitig die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sicher. Labore erzeugen chemische, biologische, radioaktive und gemischte Abfallströme, die unterschiedliche Managementansätze erfordern.
Chemische Abfälle werden nach Gefahrenklasse kategorisiert. Entzündbare Lösungsmittel, korrosive Säuren und Basen, giftige Verbindungen, Oxidationsmittel und reaktive Chemikalien haben jeweils spezifische Lagerungs- und Entsorgungsanforderungen. Die Abfalltrennung verhindert das Vermischen inkompatibler Materialien. Halogenierte und nicht-halogenierte Lösungsmittel werden getrennt gesammelt, da sie unterschiedliche Entsorgungsprozesse erfordern.
Der Abfallsammelbereich muss ausreichend belüftet sein, eine sekundäre Auffangvorrichtung haben und deutlich mit dem Gefahrentyp und dem Beginn der Sammlung gekennzeichnet sein. Satellitensammelbereiche nahe der Entstehungsstelle können bis zu 55 Gallonen gefährlicher Abfälle aufnehmen. Volle Behälter werden datiert, verschlossen und innerhalb von drei Tagen in den zentralen Sammelbereich gebracht.
Die Abfallminimierung reduziert Entsorgungskosten und Umweltauswirkungen. Die Quellenreduzierung verwendet kleinere Mengen gefährlicher Materialien durch mikroskalige Verfahren. Die Substitution ersetzt gefährliche Reagenzien durch weniger gefährliche Alternativen. Das Recycling gewinnt Lösungsmittel durch Destillation zurück, gewinnt Schwermetalle zurück und recycelt Silber aus fotografischen Abfällen. Die Neutralisation behandelt Säuren und Basen vor der Entsorgung im Abwasser, wo dies erlaubt ist.
Biologische Abfälle umfassen Kulturen, Bestände, kontaminierte spitze Gegenstände und pathologische Abfälle. Regulierte medizinische Abfälle werden vor der Entsorgung durch Autoklavieren, Verbrennung oder chemische Desinfektion behandelt. Die Autoklavvalidierung mit biologischen Indikatoren stellt die Sterilisation sicher. Bioabfallbeutel sind rot oder orange farbcodiert und mit dem Biohazard-Symbol gekennzeichnet. Spitze Gegenstände werden in durchstichsicheren Behältern gesammelt.
Das Management radioaktiver Abfälle folgt dem ALARA-Prinzip. Flüssigszintillationsabfall, kontaminierte Materialien und umschlossene Strahlenquellen werden nach Isotop und Halbwertszeit getrennt. Kurzlebige Isotope zerfallen vor der Entsorgung im Lager. Langlebigere Abfälle werden an lizenzierte Entsorgungseinrichtungen versandt.
Abfallbegleitscheine verfolgen gefährliche Abfälle von der Entstehung bis zur Entsorgung. Das Von-der-Wiege-bis-zur-Grabe-System weist dem Erzeuger die Haftung zu. Schulungsanforderungen stellen sicher, dass alle Laborbeschäftigten die ordnungsgemäßen Abfallhandhabungsverfahren verstehen. Notfallpläne adressieren Austritte und Notfälle.